Tourismus als Chance
Über 780 Millionen Menschen reisen weltweit pro Jahr, ein Viertel davon in sogenannte Entwicklungsländer. Fremde,exotisch" anmutende Kulturen verlocken – zudem waren Fernreisen noch nie so billig. Die Zahl der Reisen in die sogenannte Dritte Welt hat sich in den letzten zwanzig Jahren mehr als versiebenfacht, was dem Tourismus auch einen bedeutenden Stellenwert in den Nord-Süd-Beziehungen verleiht. Tourismus gilt als einer der weltweit wichtigsten Wirtschaftszweige. Die Reiseindustrie eröffnet damit Chancen für die Zielländer, Devisen einzunehmen und die Lebensverhältnisse im eigenen Land zu verbessern: Tourismus schafft Arbeitsplätze in Hotellerie und Gastgewerbe, das traditionelle Handwerk wird wiederbelebt, die Kunst- und Souvenir-Produktion sowie der Handel bieten zusätzliche Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung. Entwicklungsländer erhoffen sich vom Tourismus meist wirtschaftlichen Aufschwung. Der Preis dafür ist oft hoch, denn Tourismus kann soziale Ungleichheiten verstärken, große Umweltprobleme mit sich bringen und lokale Kulturen überfordern.
In Anlehnung an eine indische Redensart heißt es: "Tourismus ist wie Feuer: Du kannst Deine Suppe damit kochen – oder Dein Haus damit abbrennen."
Österreich hat eine lange Tradition als Urlaubsland. Die ÖEZA im Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten ist bemüht, die Erfahrungen daraus auch in einigen Entwicklungsländern weiterzugeben. Österreich betreibt auch eine Reihe von sanften und nachhaltigen Tourismusprojekten.
Was ist sanfter, nachhaltiger Tourismus?
Der nachhaltige Tourismus bemüht sich um
- Respekt vor fremden Kulturen
- mehr soziale Gerechtigkeit
- ökologische Verträglichkeit und
- die Mitsprachemöglichkeit der lokalen Bevölkerung.
Beim nachhaltigen bzw. "sanften" Tourismus steht die Anerkennung des Fremden im Mittelpunkt der Reise,das heißt: Rücksicht vor Glaube,Tradition, kulturellen Besonderheiten, vor Zeiteinteilung und gesellschaftlichen Umgangsformen. Wenn Reisende und Bereiste in Kontakt treten,kann es für beide Gruppen wichtigen Erfahrungsaustausch geben. Die Reisenden tragen in anderen Lebenswelten eine große Verantwortung.
Was können Sie beitragen?
Die nachfolgenden Seiten wollen auf humorvolle Art und gespickt mit praktischen Service-Tipps zu einer Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des Tourismus anregen. "Wer andere besucht,soll seine Augen öffnen,nicht den Mund" sagt ein tansanisches Sprichwort. Seien Sie offen für das Land und die Menschen, die Sie besuchen. Auch Sie werden als Gast wahrgenommen, vielleicht aus einem ganz anderen Blickwinkel,wie sie es gewohnt sind. Achten Sie also darauf, wie Sie auf die Menschen in Ihrem Urlaubsland wirken. Wir wünschen Ihnen eine schöne Reise bzw.einen erholsamen Urlaub,der noch lange vor allem durch die direkte Begegnung mit den Menschen in schöner Erinnerung nachwirken kann. Genießen Sie Ihre wohl verdienten Urlaubstage und kehren Sie gesund von Ihrer Reise zurück, die Sie vielleicht auch zu einer bewussteren Sichtweise und Verständnis für andere Lebensweisen und Traditionen anregen konnte.
Das wünschen Ihnen respect & Österreichische Entwicklungszusammenarbeit |